„Allein habe ich nichts gemacht“ Buch über den Harener Pater Hagen erschienen

9. August 2015

Haren. „Allein habe ich nichts gemacht“ ist der Titel eines Buches, in dem die Autorin Gudrun Gundlach gewissermaßen die Lebensgeschichte des aus Haren-Altenberge stammenden Paters Bernhard Hagen erzählt. Dieser gehört zum Orden der Weißen Väter und war mehrere Jahrzehnte als Missionar im westafrikanischen Ghana tätig. Herausgeber des Buches ist der Aktionskreis Pater Hagen e. V.

Den Namen Pater Hagen hörte die Autorin erstmals im Herbst 2010. Josef Robben, ein Freund aus der gemeinsamen Wandergruppe, erzählte ihr von den Aktivitäten des Aktionskreises Pater Hagen und erwähnte dabei, dass der Geistliche wieder nach Ghana fliege, um dort unter anderem Computer anzuschließen. Neugierig geworden durch die Erzählungen von Robben, entschloss sich Gudrun Gundlach, einmal mitzufliegen.

Bei diesem ersten Besuch wurde sie erneut mit dem Namen Pater Hagen konfrontiert. In Gesprächen mit der Bevölkerung wurde deutlich, dass Pater Hagen einen Strukturwandel herbeigeführt hatte, dessen Früchte heute nicht zu übersehen sind. Außerdem weckten die hohe Achtung und Verehrung, die dem Geistlichen überall dort wo er tätig war, entgegengebracht wurden und immer noch werden, in der Autorin den Wunsch, den Pater näher kennen zu lernen.

Große Dankbarkeit

Zahlreiche Gespräche folgten im Laufe der folgenden Jahre. Pater Bernhard Hagen erzählte dabei on seinem Eintritt in den Orden in den Orden der Weißen Väter, seinem Studium und seiner Priesterweihe. Als ihm während des Studiums ein Student aus Ghana von seiner Heimat berichtet habe, sei in ihm der Entschluss gereift, dort als Missionar tätig zu sein.

Pater Hagen war dabei auf verschiedenen Stationen und in mehreren Städten nicht nur missionarisch tätig, sondern setzte sich auch dafür ein, dass Kirchen und Schulen gebaut wurden. Er kümmerte sich auch um die Ausbildung von Katecheten und Lehrern. Um sauberes Trinkwasser für die Bevölkerung zu erhalten, wurden unter seiner Regie Brunnen gebaut.

Auch kümmerte er sich um die Infrastruktur der Region und gründete ferner Genossenschaften. Gleiches gilt für den Ausbau des Gesundheitswesens. Der Geistliche, so die Autorin, habe durch seine Aktivitäten und sein großes Engagement in den Teilen Ghanas, in denen er tätig war, viel bewegt.

Sicher habe es auf dem Weg auch zahlreiche Rückschritte und Enttäuschungen gegeben. Auf die Frage, wie er das alles geschafft habe, sei immer die Antwort gekommen: „Alleine habe ich nichts gemacht“. Immer habe es Freunde und Bekannte gegeben, die im geholfen hätten.

Das Buch beschränkt sich nicht auf eine Biografie des Geistlichen, vielmehr beschäftigt sich Gudrun Gundlach auch mit den Aktivitäten des Aktionskreises sowie damit, wie aus einer ursprünglichen Patenschaft eine Partnerschaft zwischen Altenberge sowie den ghanaischen Gemeinden Kalba und Tuna geworden ist. Ein weiteres Thema ist die Sklavenzeit auf dem Schwarzen Kontinent.

Neues Hilfsprojekt

Das Buch kann über den Aktionskreis Pater Hagen e. V. Altenberge bezogen werden. Mit dem Erlös wird auch ein neues Projekt in dem bisher stark unterentwickelten Dorf Gbiniyiri in der Partnerstadt Kalba unterstützt. Hier werden Schuleinrichtungen, Unterkünfte für Lehrer sowie Schulmaterial dringend benötigt.

Dafür bittet der Aktionskreis auch um Spenden auf das Konto IBAN DE14280699910070754604 bei der Volksbank Emstal. Am Samstag, dem 19. September wird wieder eine Papier- und Altkleidersammlung zugunsten der Hilfsprojekte durchgeführt. Es ist dann die 102. Sammlung.

 

Die Autorin Gudrun Gundlach überreicht Pater Hagen ein Exemplar des Buches. Foto: Heinz-Gerd Stahl

Ausverkauftes Haus bei RüRo-Indoor-Festival in Meppen

1. Mai 2015

Meppen - 26.04.2015. Mit der stärksten internationalen Note seiner Geschichte hat am Samstag das Festival Rüt‘n‘Rock in Meppen aufgewartet. Die zweite Auflage der Indoor-Variante im Saal Kamp wurde zu einer deutsch-niederländischen Angelegenheit, da die Band Kensington als Headliner viel Publikum von jenseits der Grenze anlockte. Resultat: ein ausverkauftes Haus mit über 1000 Besuchern in Feierlaune.Als Kensington gegen Viertel nach eins am Sonntagmorgen zu ihrem Zugabenblock auf die Bühne zurückkehrten, gab es von Musik wie Kulisse her so etwas wie ein Resümee der zurückliegenden Stunde: Mit gereckten Fäusten skandierte das Publikum den Refrain des Hits „Streets“ mit. Und bei „Little Light“ illuminierten Dutzende Smartphone-Displays nebst ein paar Feuerzeugen den Saal.

Nimmt man die Stimmung in der Menge als Gradmesser, wurde der Auftritt der vier Musiker aus Utrecht zu einem Glanzlicht der jüngeren RüRo-Historie. Das lag einerseits an ihrem Sound – hymnischer Breitwand-Poprock mit Melodien zum Mitsingen, der trotz einer gelegentlichen Dosis Pathos rechtzeitig vor der Grenze zum Uncoolen haltmacht. So etwas kann mitreißend sein, auch für jene, die mit dem Werk der Niederländer noch nicht allzu vertraut sind.

Eine wichtige Rolle spielte aber auch der Fakt, dass Kensington seit Anfang des Jahrzehnts im Nachbarland eine große Nummer sind. Dort füllen sie als Publikumsmagneten große Arenen wie den Amsterdamer Ziggo Dome. Folgerichtig zog das Quartett zahlreiche seiner sich selbst „Fansingtons“ betitelnden Anhänger nach Meppen, die die Atmosphäre des Festivals spürbar bereicherten.

Anders als bei anderen Gigs außerhalb ihres Heimatlands beschränkten sich Kensington somit nicht allein darauf, die Musik sprechen zu lassen. Die Frontmänner Eloi Youssef und Casper Starreveld traten immer wieder in Interaktion mit dem Publikum, brachten es beispielsweise zum kollektiven Auf- und Ab-Springen. Teils mussten sie gar nicht groß darum bitten: „Streets“ oder andere Hits wie „War“ und „Home Again“ entfalteten eine Eigendynamik.

Die Indie-Stars aus Holland für das Festival im Zeichen des Benefizes für Afrika zu gewinnen war für die Veranstalter „ein Glücksgriff“, wie Oliver Robin vom RüRo-Team zufrieden hervorhob. Er verglich diesen Coup mit der Verpflichtung von Sepultura 2010 , als man noch unter freiem Himmel in Haren feierte.

Die brachialen brasilianischen Thrash-Metaller standen für eine härtere musikalische Fraktion, die diesmal lediglich durch Among The Bridge vertreten war. Zusammen mit den Indie-Rockern Flutlicht hatte es die Combo aus der Niedergrafschaft als Sieger eines Bandcontests zum Festival geschafft. Komplettiert wurde das Line-up durch Toycar Taxi aus Emmen.

Durch das Zurückschrauben der Metal-Elemente war die 2015er-Auflage von RüRo die bisher poppigste. Auf der melodischen Poprock-Schiene unterwegs sind auch Bollmer: Die Band um den gebürtigen Harener Peter Bolmer legte einen sehens- wie hörenswerten Auftritt hin. Und das mit eingängigen Songs à la „Miranda“, deren Gitarrensound live druckvoller ist als auf dem Debütalbum.

Anschließend zeigten Razz einmal mehr, warum sie die zurzeit angesagteste Band aus dem Emsland sind. Der Level der Begeisterung, den die Schöninghsdorfer Formation auslöste, lag zwar unter dem, den Kensington einheimsten. Zieht man aber in Betracht, dass Razz noch keine Gold- und Platin-Alben hatten (unter anderem deshalb, weil der erste Longplayer noch auf sich warten lässt), ist die Resonanz dennoch beachtlich. Ebenso wie die Abgeklärtheit, mit der die vier zu Werke gingen.

Nach einem leisen Prolog von Sänger Niklas Keiser an den Keyboards brachten sie Live-Standards wie „Black Feathers“ und „Hillary“ sowie mehrere neue Nummern. Letztlich waren es aber die bekanntesten Razz-Songs „Turning Shadows“ und „Youth And Enjoyment“, die die Menge lautstark mit einstimmen ließ.

100. Sammlung des Aktionskreises Pater Hagen am 03.01.2015

24. Dezember 2014

Das Jahr 2014 ist fast zu Ende. In den Medien werden die Ereignisse der letzten Monate aufbereitet und wir sind alle Weltmeister. Da ist es auch für den  Aktionskreis Pater Hagen an der Zeit, Vergangenes aufzubereiten und in die Zukunft zu blicken. Stolz sind wir auf die anhaltende Unterstützung unserer freiwilligen, ehrenamtlichen Helfer und Spendern bei dem dreimal jährlich statt findenden Altkleider und Altpapiersammlungen.  Im September 2014 durften wir unsere 99. Sammlung durchführen.  Mit den Erlösen der Sammlungen unterstützen wir Projekte der Entwicklungshilfe für unsere Partnergemeinde Kalba in Nordwesten Ghanas.  

Wichtig für jede Partnerschaft ist der gegenseitige Austausch. So durften wir zu unseren Gemeindejubiläum, 200 Jahre Kirchengemeinde Altenberge, Gäste aus Ghana begrüßen.  Und einige unserer Leute sind nach Ghana geflogen, um vor Ort Kontakte zu pflegen und Partnerschaften für die Durchführung der Projekte zu intensivieren. Die Besichtigungen und Begutachtungen der aktuellen und auch der bisherigen Projekten standen natürlich mit auf den Reiseplan.  Nur durch diesen regen Austausch ist es möglich, eine vernünftige Verständigung herzustellen. Nur dadurch kann aus unsere Unterstützung eine Hilfe zur Selbsthilfe werden.  Auch in diesem Jahr wurden wieder zwei Schulen gebaut und für deren Unterhaltung gesorgt. Hilfslehrer wurden bezahlt, das sind Studenten, die Lehrer werden wollen und eine Art Praxissemester durchführen müssen. Dafür bekommen die keine Unterstützung vom Staat. Da in den Dörfern um Kalba herum Lehrermangel herrscht, können die vorhandenen Lehrer nicht alle Kinder unterrichten. Die Hilfslehrer helfen dort aus, füllen Unterrichtsstunden, die sonst ausfallen würden, und bekommen dafür einen geringen Lohn, mit dem sie ihr weiteres Studium finanzieren. Und die Kinder bekommen nach teilweise mehrstündigem Fußmarsch auf unbeleuchteten Trampelpfaden durch den Afrikanischen Busch den Unterricht, der Ihnen zusteht.

Ähnlich wie den Schulen geht es der Krankenstation. Die Krankenstation in Kalba wurde durch ein Labor erweitert. Dadurch können jetzt Bluttest zur besseren Diagnose vor Ort erstellt werden. Aber die kranken Menschen müssen teilweise sehr lange Wege zu Fuß gehen, um die Krankenstation in Kalba zu erreichen. Darum wird vorgeschlagen, in den umliegenden Dörfern kleine Außenstationen zu errichten, in denen sich Krankenpfleger um die erste Hilfe und um die Medikamentenversorgung kümmern. Auch diese Mitarbeiter müssen ausgebildet werden. Es gibt zwar gute Leute, die eine Begabung haben, aber nicht die finanziellen Mittel, um eine Ausbildung absolvieren zu können.  Auch hier unterstützt der Aktionskreis bei der Ausbildung der Krankenpfleger.  Zurzeit befinden sich ein Krankenpflegerin und zwei Krankenpfleger in der Ausbildung.

Aber wichtiger wie die Vergangenheit ist die Zukunft. Auf Hochtouren laufen die Vorbereitungen zur nächsten Sammlung, die bereits am 03.01.2015 stattfindet. Und das ist dann die 100. Altkleider und Altpapiersammlung die der Aktionskreis durchführt. Auch hier erhoffen wir uns die Unterstützung, die wir in der Vergangenheit erhalten haben. Sowohl von den freiwilligen Helfern und den Fahrzeughaltern, die durch Ihre Unterstützung die Durchführung der Sammlungen erst möglich machen. Und nicht zuletzt die Spender, die mit ihre Altkleider und Altpapierspenden die Arbeit des Aktionskreises Pater Hagen in Kalba/ Ghana erst ermöglichen. Im Anschluss der Sammlung findet die alljährige Mittgliederversammlung statt, zu der alle Mitglieder herzlich eingeladen sind, das vergangene Jahr in Gänze revuepassieren zu lassen. Gespannt sind wir auf aktuelle Berichte unserer Leute, die  in diesen Jahr Ghana besucht haben. Auch unser Ehrenvorsitzenden Pater Bernhard Hagen wird bestimmt traditionell einen kurzen Bericht seines mehrwöchigen Ghanaaufenthaltes im Sommer 2014 geben.