Harener helfen erfolgreich im afrikanischen Kalba

2. August 2016

Die Kinder sehen gesünder aus

Haren. Die Gründergruppe des Aktionskreises Pater Hagen, Hans Becker, Bernd Veltrup und Bernd Robben haben zusammen mit dem Jugendlichen Matthias Graupe und Pater Bernhard Hagen die Partnergemeinde in Kalba im afrikanischen Land Ghana besucht. Die Gruppe war zuletzt 1999 in der Partnergemeinde zu Gast.

„Im Vergleich zu Früher hat sich hier einiges verändert, aber zum Besseren“, sagt Pater Hagen . „Als ich das letzte Mal hier war, gab es nur Sandstraßen und keine richtige Wasserversorgung“, erinnert sich Veltrup. Durch die verschiedenen Projekte vom Aktionskreis können die Kinder in Schulen in massiven Gebäuden gehen, in denen sie von Hilfslehrern (Thema: Hilfslehrer – siehe unten) unterrichtet werden. Die Bewohner erlangen durch die neuen Wasserpumpen besseres Trinkwasser und die Kranken werden in der Krankenstation nun ausreichend versorgt. „Gerade die Kinder sehen jetzt viel gesünder aus“, erzählt Pater Hagen.

Die persönlichen Besuche der Partnergemeinden sind sehr wichtig, um weitere Projekte zu planen. Bei dem Meinungsaustausch werden auch über vorhandene Probleme und die bereits laufenden Projekte diskutiert. Dabei lernen sich beide Seiten besser kennen. „Wir können von ihnen lernen und die von uns“, berichtet Pater Hagen.

Graupe, der das erste Mal mit in Ghana war, ist begeistert von dem Leben dort. „Natürlich ist es anders, viel chaotischer als bei uns, aber es funktioniert trotzdem. Zum Beispiel laufen überall die Tiere herum, in den Häusern und auf den Straßen.“ Was Graupe aber wohl am Meisten gewundert hat, war dass so viele Kinder dort die Chance haben zur Schule zu gehen und sie auch nutzen. „Es war schön zu sehen, wie man die Kinder mit den einfachsten Dingen glücklich machen kann. Darüber hinaus herrschte überall eine große Gastfreundschaft“.

Die Kirche in Kalba ist ein weiteres Projekt des Aktionskreises und wurde 2008 gebaut. Nach Aussage der Männer ist es trotz der Länge von fast vier Stunden pro Messe nicht langweilig dort teilzunehmen. Die Messen sind immer gut besucht und die Menschen singen und tanzen dort gemeinsam. „Obwohl wir die Worte nicht verstanden haben, war es trotzdem ein tolles Erlebnis, so eine Messe mitgemacht zu haben“, erzählt Becker.

Während der gesamten Reise begleitete die Männer ein Reiseleiter, ein Polizist aus Kalba. Die Gruppe hat zum ersten Mal auch die Dörfer um Kalba besucht, um das Land besser kennenzulernen. „Wir hatten Glück, dass wir einen Polizisten dabei hatten, sonst hätten wir nicht so viel sehen können“, so einer der Männer.

Pläne für die nächste Reise nach Ghana mit dieser Gruppe stehen noch nicht fest. Sie wollen Bewohner aus Kalba von der Partnergemeinde nach Deutschland einladen. Die Reisen werden nicht durch die Spendengelder finanziert, sondern von den Privatpersonen selbst.

 

Zur Sache

Die Gemeinde Kalba im Nordwesten des afrikanischen Staates Ghana besteht aus 64 Dörfern mit circa 21.000 Einwohnern.. Pater Bernhard Hagen, der von 1970 bis 1995 in Ghana tätig war, bekam vom im September 1981 gegründeten Verein Aktionskreis Pater Haren mit Sitz in Haren-Altenberge Unterstützung für die Entwicklungshilfe in Kalba und der Nachbargemeinde Tuna. Informationen gibt es unter www.paterhagen.de

 

Das tolle Konzept der “Hilfslehrer“

2. August 2016

Aufgrund der hohen sozialen und finanziellen Barrieren ist es nicht vielen Menschen in Ghana vergönnt ein Studium zu absolvieren. Dementsprechend herrscht (vor allem im Norden Ghanas) ein erhebliches Lehrkräftedefizit. An diesem Punkt setzt das Hilfslehrerprogramm an. Junge Abiturienten werden hierbei noch vor ihrem Studium als Grundschullehrer eingesetzt. Dies hat zum einen den Vorteil, dass der Lehrkräftemangel reduziert wird und zum anderen, dass den Abiturienten die Möglichkeit geboten wird, ein finanzielles Fundament für ihr zukünftiges Studium zu schaffen

„Allein habe ich nichts gemacht“ Buch über den Harener Pater Hagen erschienen

9. August 2015

Haren. „Allein habe ich nichts gemacht“ ist der Titel eines Buches, in dem die Autorin Gudrun Gundlach gewissermaßen die Lebensgeschichte des aus Haren-Altenberge stammenden Paters Bernhard Hagen erzählt. Dieser gehört zum Orden der Weißen Väter und war mehrere Jahrzehnte als Missionar im westafrikanischen Ghana tätig. Herausgeber des Buches ist der Aktionskreis Pater Hagen e. V.

Den Namen Pater Hagen hörte die Autorin erstmals im Herbst 2010. Josef Robben, ein Freund aus der gemeinsamen Wandergruppe, erzählte ihr von den Aktivitäten des Aktionskreises Pater Hagen und erwähnte dabei, dass der Geistliche wieder nach Ghana fliege, um dort unter anderem Computer anzuschließen. Neugierig geworden durch die Erzählungen von Robben, entschloss sich Gudrun Gundlach, einmal mitzufliegen.

Bei diesem ersten Besuch wurde sie erneut mit dem Namen Pater Hagen konfrontiert. In Gesprächen mit der Bevölkerung wurde deutlich, dass Pater Hagen einen Strukturwandel herbeigeführt hatte, dessen Früchte heute nicht zu übersehen sind. Außerdem weckten die hohe Achtung und Verehrung, die dem Geistlichen überall dort wo er tätig war, entgegengebracht wurden und immer noch werden, in der Autorin den Wunsch, den Pater näher kennen zu lernen.

Große Dankbarkeit

Zahlreiche Gespräche folgten im Laufe der folgenden Jahre. Pater Bernhard Hagen erzählte dabei on seinem Eintritt in den Orden in den Orden der Weißen Väter, seinem Studium und seiner Priesterweihe. Als ihm während des Studiums ein Student aus Ghana von seiner Heimat berichtet habe, sei in ihm der Entschluss gereift, dort als Missionar tätig zu sein.

Pater Hagen war dabei auf verschiedenen Stationen und in mehreren Städten nicht nur missionarisch tätig, sondern setzte sich auch dafür ein, dass Kirchen und Schulen gebaut wurden. Er kümmerte sich auch um die Ausbildung von Katecheten und Lehrern. Um sauberes Trinkwasser für die Bevölkerung zu erhalten, wurden unter seiner Regie Brunnen gebaut.

Auch kümmerte er sich um die Infrastruktur der Region und gründete ferner Genossenschaften. Gleiches gilt für den Ausbau des Gesundheitswesens. Der Geistliche, so die Autorin, habe durch seine Aktivitäten und sein großes Engagement in den Teilen Ghanas, in denen er tätig war, viel bewegt.

Sicher habe es auf dem Weg auch zahlreiche Rückschritte und Enttäuschungen gegeben. Auf die Frage, wie er das alles geschafft habe, sei immer die Antwort gekommen: „Alleine habe ich nichts gemacht“. Immer habe es Freunde und Bekannte gegeben, die im geholfen hätten.

Das Buch beschränkt sich nicht auf eine Biografie des Geistlichen, vielmehr beschäftigt sich Gudrun Gundlach auch mit den Aktivitäten des Aktionskreises sowie damit, wie aus einer ursprünglichen Patenschaft eine Partnerschaft zwischen Altenberge sowie den ghanaischen Gemeinden Kalba und Tuna geworden ist. Ein weiteres Thema ist die Sklavenzeit auf dem Schwarzen Kontinent.

Neues Hilfsprojekt

Das Buch kann über den Aktionskreis Pater Hagen e. V. Altenberge bezogen werden. Mit dem Erlös wird auch ein neues Projekt in dem bisher stark unterentwickelten Dorf Gbiniyiri in der Partnerstadt Kalba unterstützt. Hier werden Schuleinrichtungen, Unterkünfte für Lehrer sowie Schulmaterial dringend benötigt.

Dafür bittet der Aktionskreis auch um Spenden auf das Konto IBAN DE14280699910070754604 bei der Volksbank Emstal. Am Samstag, dem 19. September wird wieder eine Papier- und Altkleidersammlung zugunsten der Hilfsprojekte durchgeführt. Es ist dann die 102. Sammlung.

 

Die Autorin Gudrun Gundlach überreicht Pater Hagen ein Exemplar des Buches. Foto: Heinz-Gerd Stahl