Pater Bernhard Hagen verstarb in Bad Rothenfelde

27. August 2016

P.BernhardHagen Bernhard Hagen wurde am 17 März 1936 in Haren-Husberg/Ems als zweites von acht Kindern geboren. Nach der Volksschule erlernte er das Maurerhandwerk. Sein Wunsch war es, Missionar zu werden. So besuchte er das Aufbaugymnasium in Geilenkirchen. Danach kam er zu den WeissenVätern und studierte von 1962 bis 1965 Philosophie in Trier. Das Noviziat machte er 1965/66 in Hörstel. Es folgte das Theologiestudium in London von1966 bis 1970, am27.Juni 1970 wurde vom Bischof von Osnabrück in Altenberge/Ems zum Priester geweiht. Schon drei Monate später reiste er in die Mission nach Ghana aus. Er erlernte die lokale Sprache und war bis 1980 in der Pfarrei Bole in der Seelsorge tätig. Als die Pfarrei aufgeteilt wurde ging er in den nun selbstständig gewordenen Teil und baute die Pfarrei von Tuna auf.Dort und besonders auch in Kalba, das später ebenfalls eigenständige Pfarrei wurde, wirkte er bis zu seiner Rückkehr nach Deutschland 1993. Er kam aus gesundheitlichen Gründen zurück. Doch er blieb er mit dem Herzen in Ghana, wohin er öfter allein und mit Gruppen zurückkehrte. Er wurde zu einem Brückenbauer zwischen Kontinenten und Kulturen. Besonders als Missionsreferent in der Diözese Münster verstand er es, die Heimatkirche für die Belange der Kirche in Ghana zu interessieren. Als Superior des Missionshauses in Hörstel arbeitete er auch dort mit in der Seelsorge und förderte die Anliegen der Mission und besonders von Ghana, wo es nur ging. Noch in diesem Jahr besuchte Pater Hagen mit einer Gruppe sein früheres Missionsgebiet, wo er weiterhin verschiedene Entwicklungsprojekte unterstützte. Nach seiner Rückkehr aus Ghana fühlte sich Bernhard gesundheitlich angeschlagen. Es wurde eine akute Herzerkrankung diagnostiziert. Am 25. August 2016 ist Pater Hagen im Herzzentrum von Bad Rothenfelde verstorben.

60 Jahre Weisse Väter in Hörstel

27. August 2016

Im Hof des Noviziates 1968
Mitte 1955, begannen die Weissen Väter unter Leitung von P. Bernhard Beine auf dem Harkenberg in Hörstel mit Rodung- und Ausschachtungsarbeiten, um das neue Noviziat (Ausbildungshaus für “Neulinge”) in dem von Bauer Josef Fislage (Ostenwalde) erworbenen Kiefernwäldchen zu errichten. Studenten der Weissen Väter aus dem In-und Ausland halfen tatkräftig mit, unter ihnen P. Hans Gülle und P. Reinhold Becker, die heute hier im “Kloster” leben. Sie wohnten in einer Bau-Baracke und knatterten jeden Morgen auf ihren Motorrädern zur Messe ins Dorf, bis Pfr. Jürgens am 2.10.55 eine Notkapelle vor Ort einweihte. Am 12. 9.1957 weihte Bischof Michael Keller das neue Kloster - das der Diözesan Baumeister Bocklage entworfen hatte - und die am Waldrand liegenden Lehrwerkstätten auf den Namen des Heiligen Paulus ein.

Die Weissen Väter in Deutschland hatten beschlossen, ihr in Marienthal in Luxemburg gelegenes, im Kriege geschlossenes Noviziat in die BRD zu verlegen. Auf der Suche nach einem Standort stießen die Weissen Väter durch ihren aus Ibbenbüren stammenden Mitbruder, P. Wehmeyer auf das Kloster Gravenhorst; doch der Tecklenburgische Kreistag verkaufte am 2.4.1954 Kloster und Mühle an die damaligen Pächter Meier (Gastwirt) und Müller (Sägemühle).

Heute freuen die Weissen Väter sich - mit Blick auf die etwaigen enormen Kosten eines Wiederaufbaus des Klosters und mit Ohr auf die heutige lärmende Autobahn, die das Kloster seit 1975 tangiert - über die damalige “Enttäuschung”. Doch die Weissen Väter hatten das Münsterland, den Teutoburgerwald und das gastfreundliche Hörstel schätzen gelernt und sind gerne geblieben.

385 Novizen waren durch dieses Paulushaus gegangen als es 1967 zum Verkauf angeboten wurde. Denn die Zahl der Männer, die in einen Orden eintreten wollten, hatte sich nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil so stark reduziert, dass die wenigen Novizen nun in internationalen Gemeinschaften ausgebildet werden. Die noch vor Ort verbliebenen Weissen Väter (P. Beine, P. Fischer, Br. Knobelspieß) zogen in die umgebauten, später in 1980 aufgestockten, Lehrwerkstätten um. Von dort aus arbeiteten sie weiterhin in der Seelsorge in Hörstel und Umgebung.
Nach kurzem Leerstand wurde das Paulus-Haus von 1971 bis 1982 an den Diözean-Caritasverband Münster vermietet. Es wurde eine Sonderschule/Internat für Spätaussiedler-Kinder aus den Ostblockländern eingerichtet. Später kamen Flüchtlings-Kinder aus Kambodscha und Vietnam (”Boat People“). Mehrere Lehrer unterrichteten dort, unter ihnen Diakon Helmut Tump, der mit seiner Familie eine Wohnung im Paulushaus bezog. In den letzten Jahren gingen die Kinder zum Unterricht an die Hauptschule.

Von 1983 bis Januar 1985 übernahm der Caritasverband Rheine das Haus als Übergangs-Heim für 30 psychisch Erkrankte, als deren Krankenhaus in Bevergern umgebaut wurde. Danach stand das Haus leer, bis das “Samariter Werk e.V.”, ein katholisches Fastenzentrum in Volkershausen bei Singen, es im Mai 1986 kaufte. Unter der Leitung dessen Geschäftsführers T. Kisters wurde das Haus erneuert, die einfachen 60 Zellen wurden zu 40 Zimmern mit Bad erweitert und Therapieräume eingerichtet. Seitdem reisen Gäste aus ganz Deutschland und anderen Ländern an, um in unterschiedlichen Programmen sich durch Fasten zu erneuern. Die Zahl der Fastenden schwankt von 25 im Winter und 45 in der Fastenzeit und im Sommer. Die nebenan wohnenden Weissen Väter begleiten die Gäste durch Gottesdienste und Gespräche.

Da immer mehr Weisse Väter nach 25, 40 oder auch 50 Jahren Missionsarbeit in Afrika nach Deutschland zurückkehrten, wurde von 1995 bis 1997 unter Aufsicht von P. Bernhard Hagen ein neues, größeres Haus entlang der Harkenbergstraße gebaut. Dort leben und arbeiten heute neun Weisse Väter.

Missionshaus St. Paulus Hörstel / Westfalen

Missionshaus Hörstel Afrikamissionare
Harkenbergstr. 11
48477 Hörstel
Tel: 05459 - 93 14-0
Fax: 05459 - 93 14-80
E-Mail: paterbernd-wv(at)gmx.de

Harener helfen erfolgreich im afrikanischen Kalba

2. August 2016

Die Kinder sehen gesünder aus

Haren. Die Gründergruppe des Aktionskreises Pater Hagen, Hans Becker, Bernd Veltrup und Bernd Robben haben zusammen mit dem Jugendlichen Matthias Graupe und Pater Bernhard Hagen die Partnergemeinde in Kalba im afrikanischen Land Ghana besucht. Die Gruppe war zuletzt 1999 in der Partnergemeinde zu Gast.

„Im Vergleich zu Früher hat sich hier einiges verändert, aber zum Besseren“, sagt Pater Hagen . „Als ich das letzte Mal hier war, gab es nur Sandstraßen und keine richtige Wasserversorgung“, erinnert sich Veltrup. Durch die verschiedenen Projekte vom Aktionskreis können die Kinder in Schulen in massiven Gebäuden gehen, in denen sie von Hilfslehrern (Thema: Hilfslehrer – siehe unten) unterrichtet werden. Die Bewohner erlangen durch die neuen Wasserpumpen besseres Trinkwasser und die Kranken werden in der Krankenstation nun ausreichend versorgt. „Gerade die Kinder sehen jetzt viel gesünder aus“, erzählt Pater Hagen.

Die persönlichen Besuche der Partnergemeinden sind sehr wichtig, um weitere Projekte zu planen. Bei dem Meinungsaustausch werden auch über vorhandene Probleme und die bereits laufenden Projekte diskutiert. Dabei lernen sich beide Seiten besser kennen. „Wir können von ihnen lernen und die von uns“, berichtet Pater Hagen.

Graupe, der das erste Mal mit in Ghana war, ist begeistert von dem Leben dort. „Natürlich ist es anders, viel chaotischer als bei uns, aber es funktioniert trotzdem. Zum Beispiel laufen überall die Tiere herum, in den Häusern und auf den Straßen.“ Was Graupe aber wohl am Meisten gewundert hat, war dass so viele Kinder dort die Chance haben zur Schule zu gehen und sie auch nutzen. „Es war schön zu sehen, wie man die Kinder mit den einfachsten Dingen glücklich machen kann. Darüber hinaus herrschte überall eine große Gastfreundschaft“.

Die Kirche in Kalba ist ein weiteres Projekt des Aktionskreises und wurde 2008 gebaut. Nach Aussage der Männer ist es trotz der Länge von fast vier Stunden pro Messe nicht langweilig dort teilzunehmen. Die Messen sind immer gut besucht und die Menschen singen und tanzen dort gemeinsam. „Obwohl wir die Worte nicht verstanden haben, war es trotzdem ein tolles Erlebnis, so eine Messe mitgemacht zu haben“, erzählt Becker.

Während der gesamten Reise begleitete die Männer ein Reiseleiter, ein Polizist aus Kalba. Die Gruppe hat zum ersten Mal auch die Dörfer um Kalba besucht, um das Land besser kennenzulernen. „Wir hatten Glück, dass wir einen Polizisten dabei hatten, sonst hätten wir nicht so viel sehen können“, so einer der Männer.

Pläne für die nächste Reise nach Ghana mit dieser Gruppe stehen noch nicht fest. Sie wollen Bewohner aus Kalba von der Partnergemeinde nach Deutschland einladen. Die Reisen werden nicht durch die Spendengelder finanziert, sondern von den Privatpersonen selbst.

 

Zur Sache

Die Gemeinde Kalba im Nordwesten des afrikanischen Staates Ghana besteht aus 64 Dörfern mit circa 21.000 Einwohnern.. Pater Bernhard Hagen, der von 1970 bis 1995 in Ghana tätig war, bekam vom im September 1981 gegründeten Verein Aktionskreis Pater Haren mit Sitz in Haren-Altenberge Unterstützung für die Entwicklungshilfe in Kalba und der Nachbargemeinde Tuna. Informationen gibt es unter www.paterhagen.de